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Nicht verfügbar 01.05.2026 – 01.05.2030

Die Johanniter Umweltspürnasen

Die Johanniter Umweltspürnasen sind ein Bildungsprojekt für Nachhaltige Entwicklung (BNE), das in den Johanniter-Kindereinrichtungen des Regionalverbands Oberbayern durchgeführt wird. Im Mittelpunkt steht das direkte, sinnliche Erleben von Natur und Umwelt: Kinder halten eine Lupe in der Hand und entdecken staunend die Welt der Insekten, drücken mit kleinen Fingern Samen in die Erde eines Hochbeets und erleben wenige Wochen später, wie daraus echtes Gemüse wächst, oder sie verwandeln alten Plastikmüll in bunte Kunstwerke und begreifen dabei, dass Abfall kein Ende, sondern ein neuer Anfang sein kann.
Das Projekt begreift Umweltbildung nicht als abstraktes Wissensangebot, sondern als erfahrungsbasiertes Lernen: Kinder sollen die Natur riechen, fühlen und erleben, um eine echte emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen und aus dieser Verbindung heraus Verantwortungsbereitschaft zu entwickeln. Denn Wissen allein reicht nicht aus – es braucht das leibhaftige Erfahren, damit Nachhaltigkeitsdenken im Alltag verwurzelt werden kann.
Die beteiligten Einrichtungen sind Kooperationspartner von ÖkoKids sowie des Programms Gesunde Erde. Gesunde Kinder. Beide Netzwerke bieten pädagogisch erprobte Rahmenprogramme und fachliche Begleitung, die den Einrichtungen ermöglichen, BNE-Aktivitäten strukturiert und qualitätsgesichert in den Kita-Alltag zu integrieren. Die Johanniter Umweltspürnasen profitieren dabei von bewährten Methoden und einem breiten Erfahrungsaustausch innerhalb dieser Netzwerke. Das Projekt verfolgt sechs miteinander verbundene Ziele, die sich von der unmittelbaren Naturerfahrung über den Aufbau von Handlungskompetenz bis zur langfristigen Verankerung von BNE in der Einrichtungskultur erstrecken:
Naturerfahrung stärken: Kinder erleben Pflanzen, Tiere und Ökosysteme mit allen Sinnen und entwickeln so eine unmittelbare emotionale Beziehung zur natürlichen Welt.
Nachhaltigkeitsbewusstsein aufbauen: Kinder verstehen die Zusammenhänge zwischen Konsum, Abfall und Umweltbelastung und erfahren, dass ihr eigenes Verhalten Wirkung hat.
Handlungskompetenz fördern: Kinder erleben sich nicht als passive Beobachter, sondern als aktive Gestalterinnen und Gestalter einer lebenswerten Zukunft.
Soziales Lernen stärken: Gemeinsames Gärtnern, Erkunden und Gestalten fördert Geduld, Verlässlichkeit und Teamfähigkeit – Grundlagen eines sozialen Miteinanders.
Frühe BNE-Verankerung: BNE wird nicht als Sonderprojekt, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des pädagogischen Alltags in jeder Einrichtung verankert.
Kooperationsstrukturen nutzen: Die Einbindung in die Programme ÖkoKids und Gesunde Erde. Gesunde Kinder. sichert Qualität, Kontinuität und kollegialen Erfahrungsaustausch.

Auflistung der Projektmaßnahmen

Die Projektmaßnahmen verbinden praktisches Tun mit reflektiertem Lernen und sind so konzipiert, dass sie ohne aufwändige Infrastruktur im Alltag der Einrichtungen durchführbar sind. Alle Aktivitäten sind altersentsprechend gestaltet und knüpfen an die natürliche Neugier von Kindern im Vorschul- und frühen Grundschulalter an.
1.) Hochbeet-Projekt: Vom Samen zur Ernte
Kinder bepflanzen eigene Hochbeete mit Tomaten, Kräutern, Radieschen und anderen saisonalen Gemüsesorten. Sie übernehmen von Beginn an Verantwortung für das Gießen, Pflegen und Beobachten ihrer Pflanzen und erleben so den vollständigen Kreislauf vom Aussäen bis zur Ernte. Diese Maßnahme lehrt Geduld, Sorgfalt und das Verständnis dafür, wo unsere Nahrung herkommt. Das unmittelbare Erleben von Wachstum und Verantwortung wirkt weit über das Projekt hinaus nach.
2.) Naturforschungs-Werkzeugkisten
Die Einrichtungen erhalten Lupensätze, Thermometer und einfache Messgeräte, mit denen Kinder ihre Umgebung wissenschaftlich erkunden können. Ein Regenwurm unter der Lupe, die Temperatur im Schatten messen, Blätter bestimmen oder Insekten beobachten – plötzlich wird die unmittelbare Umgebung zum Labor. Das Material verbleibt dauerhaft in der Einrichtung und begeistert so Jahr für Jahr neue Kindergartenjahrgänge.
3.) Müllsammel- und Upcycling-Aktionen
Im Rahmen von Ausflügen und Aktionen im Freien sammeln Kinder Müll in ihrer unmittelbaren Umgebung, analysieren gemeinsam, was sie gefunden haben, und verwandeln ausgewählte Fundstücke in kreative Upcycling-Kunstwerke. Diese Maßnahme macht abstrakte Konzepte wie Konsum, Wegwerfgesellschaft und Ressourcenschonung für Kinder greifbar und emotional erlebbar. Sie erfahren, dass sie selbst Teil der Lösung sein können – eine Erkenntnis, die motiviert und nachhaltig prägt.
4.) Kooperationsaktivitäten mit ÖkoKids
Im Rahmen der Partnerschaft mit ÖkoKids werden pädagogisch begleitete Naturerlebnisse und strukturierte BNE-Einheiten in den Kita-Alltag eingebettet. Das ÖkoKids-Programm stellt erprobte Materialien, Handreichungen und eine fachliche Begleitung zur Verfügung, die den Einrichtungen eine qualitätsgesicherte Umsetzung von Umweltbildungsangeboten ermöglicht. Die Kooperation sichert zudem den Anschluss an ein Netzwerk von Einrichtungen, das gegenseitigen Erfahrungsaustausch und kollektives Weiterlernen fördert.
5.) Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte
Die nachhaltige Wirkung des Projekts hängt maßgeblich davon ab, dass das pädagogische Personal die BNE-Aktivitäten eigenständig und kompetent begleiten kann. Daher werden regelmäßige Fortbildungen durchgeführt, in denen Erzieherinnen und Erzieher methodische Grundlagen der Umweltbildung, altersgerechte Herangehensweisen und konkrete Gestaltungsideen für den Alltag kennenlernen. Diese Maßnahme ist die zentrale Voraussetzung dafür, dass BNE in den Einrichtungen lebendig bleibt.

Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt

Kinder der Einrichtungen der Johanniter in Oberbayern und deren Kooperationspartnerorganisationen

Maßnahmen zur Sicherstellung der Langzeitwirkung

Viele gut gemeinte Bildungsprojekte entfalten ihre Wirkung nur kurzfristig, weil sie nicht strukturell in den Alltag der Einrichtungen eingebettet werden. Die Johanniter Umweltspürnasen setzen zwei gezielte Maßnahmen ein, um diesem Risiko entgegenzuwirken und eine dauerhafte Wirkung zu sichern.
1.) Institutionelle Verankerung im pädagogischen Konzept
BNE-Aktivitäten werden als fester, verbindlicher Bestandteil des pädagogischen Konzepts jeder beteiligten Einrichtung verankert. Dies umfasst eine jährliche Planung von Umweltbildungseinheiten, die Zuweisung klarer Zuständigkeiten im Team sowie die Bereitstellung eines eigenständigen Budgets. Dadurch wird sichergestellt, dass Projekte wie das Hochbeet, die Naturforschungs-Werkzeugkiste oder die Upcycling-Aktionen nicht von der Initiative einzelner Personen abhängen, sondern unabhängig von personellen Veränderungen weiterlaufen.
Die fortgeführte Kooperation mit ÖkoKids bietet dabei einen strukturellen Rahmen, der auch neu eintretende Kolleginnen und Kollegen sowie neue Kindergartenjahrgänge kontinuierlich in die BNE-Arbeit einbindet. Durch die institutionelle Verankerung wird Umweltbildung von einem Projektangebot zu einem selbstverständlichen Teil der Einrichtungskultur – und erreicht so jedes Kind, das die Einrichtung besucht.

2.)  Systematischer Kompetenzaufbau im pädagogischen Team
Die zweite Schlüsselmaßnahme für eine dauerhafte Wirkung ist der gezielte Aufbau von BNE-Kompetenz im pädagogischen Team. Durch regelmäßige Fortbildungen und kollegialen Wissensaustausch innerhalb der Einrichtungen und des Netzwerks entsteht internes Know-how, das unabhängig von externen Fördergeldern und einzelnen Projektlaufzeiten Bestand hat.
Wenn pädagogische Fachkräfte Umweltbildung nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als selbstverständlichen Teil ihrer Profession begreifen, braucht es keine externen Impulse mehr, um BNE lebendig zu halten. Der systematische Kompetenzaufbau stellt sicher, dass das Wissen und die Begeisterung für Umweltbildung auch bei Personalwechseln in der Einrichtung erhalten bleiben und an neue Kolleginnen und Kollegen weitergegeben werden – als Teil einer Einrichtungskultur, die Nachhaltigkeit lebt.

Projektinfos
Projektverantwortliche Organisation
Johannitwe-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Oberbayern
Ansprechperson
Sibylle Merx
sibylle.merx@johanniter.de
Projekt besteht seit:
01.05.2026
Anzahl der mit dem Projekt erreichten Kinder
1000
Bundesländer
  • Bayern
Zielgruppen
  • Kitas
Themenfelder
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Klima- und Umweltbildung
  • Nachhaltige Energienutzung
Links & Social Media
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