Best Practice aus unseren Projektschulen
Wie gelingt es, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Schulalltag zu verankern, auch wenn Zeit, Budget oder Ressourcen begrenzt sind? In unseren digitalen Netzwerktreffen haben Lehrkräfte aus ganz Deutschland ihre Antworten auf diese Frage gesammelt.
Das Ergebnis ist ein Portfolio kreativer, praxiserprobter und überraschend einfacher Ideen, wie Umweltbildung, Klimaschutz und nachhaltiges Handeln an Schulen konkret gelebt werden können.
In diesem Beitrag präsentieren wir Ihnen eine Auswahl besonders gelungener Beispiele. Lassen Sie sich inspirieren!
Schulgelände als Lernraum gestalten
Grüne Schulhöfe, Insektenhotels, Naschbeete – viele Schulen nutzen bereits ihre Außenflächen, um Naturbildung erlebbar zu machen:
„Wir haben mit einer Klasse Hochbeete gebaut. Jedes Kind durfte ein Gemüse auswählen und sich dann im Laufe des Schuljahres darum kümmern.“
„Unser Pausenhof wurde entsiegelt und mit Hilfe der Gemeinde naturnah umgestaltet. Die Kinder waren in die Planung eingebunden.“
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Schulgeländeprojekte lassen sich gut in AGs, Projektwochen oder im Sachunterricht verankern. Hilfreich sind hier Kooperationen mit lokalen Initiativen oder der Kommune.
BNE-Kompetenzbezug: Lernortgestaltung als Teil der BNE-Handlungsfelder „Schule im Wandel“ & „Gestaltungskompetenz fördern“
Nachhaltigkeit im Unterricht verankern
Ob Energiesparen, Müllvermeidung oder globales Lernen: Viele Themen der Nachhaltigkeit lassen sich direkt in bestehende Lehrpläne integrieren:
„Wir haben im Deutschunterricht eine Schreibwerkstatt zu Umweltthemen gemacht. Es gab tolle Diskussionen über Verantwortung und Sprache.“
„Im Matheunterricht haben wir eine CO₂-Challenge gemacht, bei der die Kinder ihre Emissionen ausrechnen sollten. Kam richtig gut an.“
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Alltagsnahe Themen (Schulweg, Essen, Kleidung etc.) erhöhen die Motivation und sind einfacher zu erfassen.
BNE-Kompetenzbezug: Verknüpfung von Fachunterricht und BNE-Kompetenzen („Systemdenken“, „Bewertungskompetenz“, „Partizipation“)
Nachhaltige Schülerprojekte: mit Verantwortung wachsen
Wenn Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden, entstehen oft besonders nachhaltige Ergebnisse:
„Unsere Schülerfirma verkauft Bienenwachstücher, die sie selbst herstellen. Das ist total gefragt bei den Eltern.“
„Unsere Kleidertauschaktion war so erfolgreich, dass wir sie jetzt jedes Quartal wiederholen.“
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Geben Sie den Kindern Raum zur Mitgestaltung. Das stärkt Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeitsbewusstsein.
BNE-Kompetenzbezug: Förderung von Selbstwirksamkeit, sozialem Engagement und unternehmerischem Denken im Sinne der SDGs (insb. SDG 12)
Nachhaltiger Schulalltag: kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Viele Schulen setzen auf einfache Routinen mit nachhaltigem Effekt:
„Alle Schuldrucker wurden auf Duplexdruck umgestellt. Das spart Unmengen an Papier.“
„Beim letzten Sommerfest haben viele Eltern eigene Becher mitgebracht. Dadurch mussten wir keine Einwegbecher mehr kaufen.“
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Binden Sie das Kollegium, den Hausmeister und die Eltern mit ein – so wird nachhaltiges Verhalten zur gemeinsamen Sache.
BNE-Kompetenzbezug: Strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in Schulorganisation und Schulkultur („Whole School Approach“)
Netzwerke und Kooperationen nutzen
Vernetzung bringt neue Impulse und entlastet zugleich:
„Die BNE-AG kooperiert mit dem Weltladen in der Stadt. Die machen z. B. Workshops oder bringen Produkte mit.“
„Wir haben einen festen Kooperationspartner aus der Umweltbildung. Das ist eine enorme Entlastung und bringt viele neue Impulse.“
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Schauen Sie, welche Umweltzentren, Vereine oder Bildungsangebote es in Ihrer Region gibt. Oft werden kostenlose oder geförderte Programme angeboten.
BNE-Kompetenzbezug: Förderung von Kooperationskompetenz und lebenslangem Lernen (BNE-Kompetenzziele & „Öffnung von Schule“)
Best Practice BNE Schule: Ideen im Überblick
Die folgende Tabelle fasst einige besonders gelungene Beispiele aus den Online-Treffen zusammen:
| Kategorie | Beispiele aus den Projektschulen | Das bringt’s |
|---|---|---|
| Natur vor der Haustür | „Unsere Schule hat eine Patenschaft für ein kleines Feuchtbiotop in der Nähe übernommen.“ | Regionalität, direkte Wirkung |
| Nachhaltig organisieren | „Es gibt jetzt eine Re-Use-Ecke im Lehrerzimmer – da kann man aussortiertes Material hinstellen oder mitnehmen.“ | Vorbildfunktion |
| Unterricht kreativ gedacht | „Wir haben eine CO₂-Challenge im Matheunterricht gemacht.“ | Fächerübergreifend & partizipativ |
| Schüler und Schülerinnen aktivieren | „Unsere Umwelt-AG hat angefangen, einmal im Monat einen Stand zu machen, z. B. mit Infos zum Energiesparen oder einer kleinen Aktion.“ | Selbstwirksamkeit fördern |
| Klein, aber wirkungsvoll | „Die 6a hat sich zur Zero-Waste-Klasse erklärt mit eigenen Mülldetektiven und Ideen zur Müllvermeidung.“ | Alltagsnähe, machbar |
BNE-Kompetenzbezug: Beispiele aus dieser Tabelle spiegeln zentrale Prinzipien der BNE wider, u. a. Partizipation, Ganzheitlichkeit und Handlungsorientierung.
Fazit: Schritt für Schritt in Richtung Zukunft
Der Blick in unsere Projektschulen zeigt: Nachhaltige Schulentwicklung ist gar nicht so schwierig. Mit cleveren Ideen und in umsetzbaren „Portionen“ lässt sich der Weg zu einer BNE-konformen Einrichtung nach und nach beschreiten.
Ob im Schulhof, Klassen- oder Lehrerzimmer: Überall gibt es Potenzial für mehr Nachhaltigkeit. Welche Ideen setzen Sie an Ihrer Schule um? Schreiben Sie uns oder erzählen Sie davon in einem unserer nächsten Netzwerktreffen.
Sie möchten weitere Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit im Schulalltag? Dann lesen Sie unseren Beitrag Eine nachhaltige Klassenfahrt planen: Leitfaden und Checkliste.